Der Börsenbrief, oder auch Aktienbrief genannt, beinhaltet Finanzanalysen für Wertpapiere. Er erscheint in regelmäßigen Abständen und enthält meist auch Kauf- und Verkaufsempfehlungen für empfehlenswerte Wertpapiere. Die Herausgeber solcher Börsenbriefe sind vermehrt Finanzverlage und Vermögensverwalter, aber auch Banken. Einige Börsenbriefe führen nebenbei ebenso ein Musterdepot. In diesem sind die Erfolge ihrer ausgesprochenen Empfehlungen aufgelistet.
Die Redaktion eines Börsenbriefs sollte möglichst unabhängig sein. Nur dadurch kann man wirklich sicher von einer Objektivität der veröffentlichen Informationen ausgehen. Allerdings kann keine genaue Angabe darüber gemacht werden, bei welchen Börsenbriefen dies der Fall ist.
Börsenbriefe verfügen gegenüber Kapitalanlagengesellschaften und Fondsmanagern über weitere nennenswerte Vorteile. Fondsmanager bewegen regulär außerordentlich große Kapazitäten und sind neben den hauseigenen Anlagegrenzen auch an die vom Gesetz vorgegebenen Grenzen gebunden. Zudem unterliegen sie dem marktrelevanten Index. Herausgeber der Börsenbriefe dagegen dürfen jedes Wertpapier in ihre Angebotspalette aufnehmen und auch entgegen des üblichen Trends handeln.
Börsenbriefen wird häufig das Front Running vorgeworfen. Beim Front Running werden geheime Informationen dazu genutzt den eigenen Vorteil nach oben zu treiben. Auch Scalping gehört mit zu den meisten Vorwürfen. Hierbei kaufen meist finanziell starke Unternehmen Aktien von kleineren Unternehmen, pushen diese Wertpapiere durch Gerüchte und verkaufen diese Aktien zu einem hohen Preis wieder. Dadurch wird der Anleger umgangssprachlich skalpiert.
Regulär werden die Empfehlungen einiger Börsenbriefe von unabhängigen Dienstleistern statistisch ausgewertet.
Seit Oktober 2009 läuft ein Depotwettbewerb zwischen drei Börsenbriefexperten. Dies kann live verfolgt werden. Hier kann beobachtet werden, ob es möglich ist, mit Börsenbriefen überdurchschnittliche Gewinne zu erwirtschaften.