Was ist eine Frenzelbrille?
Die Frenzelbrille wurde von dem Otologen (Otologie = med. Fachgebiet von dem Ohr und seinen Erkrankungen) Hermann Frenzel erfunden und nach ihm benannt. Es handelt sich um eine Leuchtbrille mit 15 Plusdioptrien Brechkraft. Sie dient als Untersuchungsinstrument zum besseren Erkennen von unwillkürlichen Augenbewegungen beispielsweise bei Nystagmus.
Nystagmus ist ein typisches Symptom des Schwindels. Deshalb wird die Frenzelbrille auch Nystagmusbrille genannt. Durch die starke Brechkraft der Linsen können die Augenbewegungen präzise beobachtet werden, eine von unten strahlende Beleuchtung verhindert gleichzeitig eine Fixierung des Auges auf ein äußeres Objekt.
Wie funktioniert die Frenzelbrille?
Durch die stark brechenden Gläser werden die Augen des Patienten ähnlich wie bei einer Lupe stark vergrößert. Dadurch kann der Patient nicht scharf sehen und auch keine Gegenstände fixieren, was die Beobachtung der Augenbewegungen behindern würden.
Zusätzlich findet die Untersuchung in einem abgedunkelten Raum statt und die Brille wird von innen mittels batteriebetriebener Leuchtbirnen beleuchtet. Durch die Vergrößerung und die Ausleuchtung der Augen kann der untersuchende Arzt die Augenbewegungen besser untersuchen und beurteilen.
Wenn der Patient die Brille aufhat, schaut er geradeaus in alle Himmelsrichtungen und schüttelt anschließend seinen Kopf (sog. Headshakingtest). Mit dieser Methode lässt sich mit der Frenzelbrille klären, ob ein Nystagmus vorliegt.
Anwendungsgebiet
Die Frenzelbrille eignet sich allerdings nicht zur Untersuchung aller Formen des Nystagmus. Für die Beurteilung des Spontanstygnasmus ist sie das Instrument der Wahl, für einige andere Formen des Stygnasmus, z.B. dem Blickwinkelstygnasmus, ist sie jedoch nicht geeignet.