Die Stevia-Pflanze (lateinisch Stevia rebaudiana) stammt aus der Region zwischen Paraguay und Brasilien wo sie seit Jahrhunderten von der einheimischen Bevölkerung als natürlicher Süßstoff für Speisen und Getränken eingesetzt wird. Im 16. Jahrhundert brachten die spanischen Eroberer das „Honigkraut” mit nach Europa, wo es sich lange Zeit nicht durchsetzen konnte, erst um 1900 erlangte es durch wissenschaftliche Untersuchungen zunehmende Bekanntheit und wird schließlich seit den 1970-er Jahren in Japan auf Plantagen angebaut und in großem Stil von der dortigen Nahrungsmittelindustrie als Zuckerersatzstoff genutzt.
Nutzung von Stevia
Japan bildet mit seiner Stevia-Nutzung eine Ausnahme unter den westlichen Industrienationen, die EU hat vermutlich unter dem Druck der Zucker-Lobby der Stevia bisher die Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff verweigert. Stevia-Produkten sind dennoch in der EU frei erhältlich, sofern sie nicht als Süßstoff oder Lebensmittelzusatz angeboten werden, weshalb viele Händler ihre steviahaltigen Produkte als Badezusatz, Zahnpflegemittel oder Shampoo deklarieren. Eine Verwendung als Nahrungszusatz ist dennoch möglich und bleibt dem Verbraucher überlassen. Die Vorbehalte gegenüber einer Stevia-Zulassung beruhen offenkundig auf den Vorbehalten der Zuckerindustrie vor diesem äußerst vorteilhaften Zuckerersatzstoff.
Vorteile gegenüber gewöhnlichem Kristallzucker
Das in der Stevia enthaltene Steviosid besitzt keinen Brennwert aber die 300-fache Süßkraft von gewöhnlichem Kristallzucker und eignet sich daher besonders für Diabetiker und Übergewichtige. Im Gegensatz zu Kristallzucker schont die Stevia die Zähne und fördert nicht die Entstehung von Karies. Der Inhaltsstoff ist hitzebeständig und kann zu Pulver verarbeitet unter warme oder kalte Speisen und Getränke gemischt werden, dass Kochen und Backen ist ebenfalls möglich. Die Pflanze lässt sich sogar auf der heimischen Fensterbank züchten und ihre getrockneten Blätter können direkt zum Süßen genutzt werden.